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21.08.2024
Unglaublich
& Traurig & Aber leider wahr:
Ständig
werden von einer Person ein Irish Red Setter Rüde und eine
ältere Irish Red Setter Hündin im Internet auf
mehreren Portalen angeboten. Nachdem ein mir bekanntes Ehepaar sich
entschloss, die Hündin aufzunehmen, mussten sie sich per
Sprachnachricht von der Besitzerin nach knapp 3 Wochen in trauriger
Gestig anhören, dass sie die Abgabe nicht über ihr
Herz bringen würde. Vorher schickte sie noch Bilder etc. Bei
einer weiteren Setterfreundin vor einigen Tagen erfuhr ich von diese
Masche, denn diese Person sucht stets wohl nur Urlaubsbetreuungen ohne
Kosten ! ? ! Auch sie erlebte die gleiche Methode.
´Übrigens hat meine Bekannte kurz nach der
Rückgabe der Hündin wieder vor einigen Tagen eine
Anzeige wegen der Vermittlung ihrer beiden Hund gefunden. Nach einer
Beanstandung bei diesem Portal und nach Rückversicherung wurde
dann diese Anzeige seitens des Portals gelöscht.
Bitte
achtet auf solche Anzeige und teilt es mir mit. Ich kenne die
Besitzerin noch, möchte jedoch weder Namen noch Wohnort
bekanntgeben. Wie traurig ist es für einen Hund, wenn er sich
prima eingelebt hat und nach 2-3 Wochen einfach immer wieder
ZURÜCK MUSS.

Liebe Leser,
wir
freuen uns, wenn Sie bei
Interesse :
https://irishsetter-zuechterberatung.jimdofree.com
aufrufen und einen Blick auf
unser Setterbuch werfen.
Marion und Richard
Didicher
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Richard
Didicher: Der
Setter als Jagdhund? (29.04.2023)
Ich
bin Inhaber eines Jagdscheins und lehne die Jagd nicht ab. Eine uralte
Tradition, die für den Menschen das Überleben
sicherte, kann man nicht in Frage stellen.
Ich
hatte das Glück, im Jagdrevier meines Freundes Kurt etwas
Einzigartiges zu erleben: ein intaktes Biotop mit Fasanen,
Rebhühnern, Hasen und auch Rehwild. Ich war geblendet, soviel
Natur, so viel Ausgewogenheit.
Und
wenn ein Stück Wild nach einem Leben in Freiheit auf dem
Teller lag, war das aus ethischer Sicht nicht verwerflich, die
Massentierhaltung als größter Fleischproduzent ist
aber ein Verbrechen.
Ähnliche
Erlebnisse hatte ich auch im Jagdrevier meines anderen Freundes
Günter und seines Sohns Lothar in Epfenbach. Ihre
legendäre Jagdhütte mitten im Wald war der Inbegriff
von Einvernehmen zwischen Mensch und Natur.
Unsere
Setter waren immer dabei. Ihre herrlichen Vorstehposen waren ein Genuss
und wenn sich ein Fasanenhahn „beleidigt“ mit einem
Schrei in den Himmel bohrte und abstrich, wenn die Hunde ihm zu nahe
kamen, kehrte er kurze Zeit an seinen Standort zurück und die
Welt war wieder in Ordnung.
Das
alles hätte gereicht. Aber da war noch ein anderer Bereich,
viel gnadenloser und irrwitziger als die Jagd: die
Jagdhundeprüfungen. Wäre ich doch mit diesem groben
Unfug nie in Berührung gekommen.
Ausgebildete
Hunde bei der Jagd einzusetzen ist zwingend notwendig, dies in erster
Reihe um zu verhindern, dass ein Stück erlegtes Wild elend
verendet.
Leider
gibt es das typische Wild für den Vorstehhund schon lange
nicht mehr und wenn es noch in wenigen Biotopen vorhanden ist, dann in
geringer Stückzahl, so dass es ein Sakrileg wäre es
zu erlegen. Jährlich aber werden in Europa zur Ausbildung der
Vorstehhunde tausende Rebhühner und Fasanen ausgesetzt.
Die
Tiere werden in Volieren gezüchtet und sind kaum in der Lage
zu fliegen. Oft werden sie von den übermotivierten Hunden
gerissen.
Noch
trauriger ist das Schicksal der Wachteln. Diese Vögel haben
mit vier Wochen ein voll entwickeltes Federkleid und stehen so zum Kauf
zur Verfügung. Sie werden als „Ersatzwild“
für die Jagdhundeausbildung verwendet. Ihr erster Versuch, die
Flügel einzusetzen ist gleichzeitig ihr letzter.
Wozu
das alles?
Um
Vorstehhunde auszubilden für welche es kein
natürliches Wild mehr gibt und die auch zu ihrem
ursprünglichen Zweck nicht eingesetzt werden?
Es
ist ein Nonsens.
Die
Hunde werden nicht für die Jagd ausgebildet, sondern
für die Prüfungen.
Die
Gewinner bei diesen Sportveranstaltungen sind keine Irish Setter mehr,
sondern eine Züchtung aus mehreren englischen
Vorstehhunderassen, hell im Fell und nur noch auf Entfernung einem
Setter ähnlich, kleine nervöse Renner mit
ausgezeichneter Nase. Sie rasen über die Felder, oft von einem
Berufstrainer ausgebildet und geführt und sie haben am
„Trainingswild“ gelernt dieses nicht zu greifen,
sondern in perfekter Manier vorzustehen.
Ein
schönes Bild, wenn nicht vorher zahlreiche Vögel das
Training nicht überlebt hätten. Hundesport mag eine
schöne Beschäftigung sein, doch dies nicht auf Kosten
von unschuldigen Kreaturen.
Am
Schlimmsten aber sind die Laien, die einen stolzen richtigen Setter von
guter Größe mit einem schönen Haarkleid an
der Leine haben und die für ihren Liebling alles tun
möchten, um ihm ein artgerechtes Leben zu garantieren.
Sie
machen alles mit für einen Prüfungserfolg mit einer
Punktzahl im untersten Bereich, obwohl ihr Setter jagdlich nie zum
Einsatz kommen wird. Und die Perversität geht noch weiter.
Für die Herbstprüfungen müssen Unmengen
Enten daran glauben. Getrocknet, tiefgefroren und öfter
aufgetaut wird der Hund mit drakonischen Methoden dazu gebracht, diese
zu apportieren.
In
der Zwischenzeit wurden diese toten Tiere für erfinderische
Verkäufer zu einem lukrativen Geschäft im Internet.
Für
spezielle Prüfungen werden eingefrorene tote Füchse
aufgetaut und die Haare trockengeföhnt, da die Hunde diese
übelriechenden Kadaver sonst nicht in den Fang nehmen. Keiner
dieser Hunde wird je eine erlegte Ente apportieren, geschweige einen
Fuchs, da in letzterem Fall die Tollwut- und Fuchsbandwurmgefahr viel
zu groß ist.
Und
wenn die Hunde nicht schwimmen wollen, da sie das feuchte Element nicht
kennen, werden sie mit Seilen über Bäche gezogen, um
mit dem Wasser vertraut zu werden.
Wozu
dieses ganze kranke Theater?
Wer
glaubt, dadurch seinem Setter etwas Gutes zu tun, der irrt sich
gewaltig.
Wenn
der Hund beim Spaziergang Fasanen, die es glücklicherweise
wieder häufiger gibt, vorsteht oder in Ermangelung
natürlichen Wildes einer Amsel oder am Strand einer
Möwe, kann der Besitzer seinen Hund unterstützen,
indem er sich sachte ihm nähert, ihn beruhigt und am Halsband
festhält, bis das „Wild“ das Weite sucht.
Wenn der Setter in einem Teich einer Ente oder einem Teichhuhn
freiwillig hinterherschwimmt hat er dabei einen Riesenspaß,
obwohl er es seine vermeintliche Beute nie erwischen wird.
Solche
profane „Jagderlebnisse“ ohne Dressur und Zwang
vermitteln dem Setter auch das Gefühl, mit seinem Besitzer
zusammen etwas Einzigartiges zu erleben. Was aber für einen
Setter unentbehrlich ist, ist die Bindung an den Menschen, dessen
Nähe und Geborgenheit.
Zur
Zeit ist Frühling, die Jagd auf Federwild ist
natürlich verboten, die Hundeprüfungen auf
Paarhühner, die es in der freien Natur kaum noch gibt, die
aber angeblich für die Zuchtauswahl von Vorstehhunden
„unentbehrlich“ sind, um Nase und Vorstehanlagen zu
prüfen, wie man in alten Zeiten, als es noch freilebendes Wild
gab, schwärmte, sind auch abgeschlossen.
Kleines
unschuldiges Volierehuhn, Gott schenkte dir hoffentlich
große, starke Flügel, damit du die Kraft hattest,
das Weite zu suchen und nicht halb verdurstet zur Mahlzeit von Fuchs
und Bussard wurdest.
Rothuhn
im Naturschutzgebiet Maguelone, Camargue
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