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Vor drei Jahren -
genauer gesagt am Montag, den 25. Februar 2002 - saß ich in
Leverkusen in der Tierklinik und wartete dort auf unseren neuen
Pflegehund:
Eine zwei Jahre junge Irish Setter Hündin, der auf Grund eines
Autounfalles und der leider nicht erfolgten Behandlung, wo auch der
Amtsveterinär keinen (Be-)Handlungsbedarf sah, der rechte
Vorderlauf amputiert werden musste. Es war höchste Eisenbahn;
denn die Blutvergiftung lauerte schon.
Wir hatten uns schon Gedanken gemacht, wie das wohl mit einem
Handicap-Hund sein mag. Dann ging die Tür des
Behandlungszimmers auf und eine rot-braune Setter Dame mit riesen
Plastik-Kragen kam mir und meiner Tierschutz-Kollegin entgegen
geflogen. Als ich dieser Hündin in die rehbraunen Augen sah,
wusste ich: Die würde unser Zuhause nicht mehr verlassen !
Am 29. März wurde sie offiziell per Übernahme Vertrag
"unsere" kleine Prinzessin.
Sie mauserte sich von einer unsicheren kleinen Maus zu einer
selbstbewussten Setterdame, die es prächtig verstand, ihr
Zuhause zu verteidigen. So mancher Handwerker stand mit dem
Rücken an der Wand und hoffte nur, dass diese vehement
bellende Hündin nicht noch mehr machte.
Stets war sie zu Blödsinn aufgelegt: Ob es der Joghurt-Becher
war, der nutzlos auf dem Tisch rumstand und umbedingt von IHR geleert
werden wollte oder ob es Herrchens Socken waren, die viel besser in IHR
Körbchen passten. Sie liebte es über die Felder und
Wiesen zu sausen und hat wohl manchen Hasen ganz schön
erschreckt. Bei der Fährtenarbeit war sie stets Feuer und
Flamme und freute sich über jedes noch so kleine Lob. Sie ging
stets offenen Herzens auf alle zu - egal ob groß ob klein -
Für SIE waren alle Menschen gleich ! Sie liebte es
gestreichelt zu werden und genoss es mit uns auf dem Sofa zu liegen.
Sie w ar der erste Hund, der mit uns ins
Bett durfte. Wir waren stolz wie Oskar, wenn wir mit unserer Prinzessin
spazieren gingen. Und wenn wir auf Menschen trafen, die meinten, dass
wäre doch kein Leben für einen Hund - ARONCA verstand
es und sauste los! Sie hat allen bewiesen, dass ein Leben auf drei
Pfoten weißgott lebenswert ist!
Doch gegen den Krebs hatte auch sie keine Chance gehabt. Bei unserem
letzten Spaziergang am Montag hat sie mir gezeigt, dass sie nicht mehr
kann und keine Kraft mehr hat. Mit unserer Tierärztin war
bereits alles besprochen und so kam sie abends zu uns nach Hause. Ich
saß mit Aronca im Garten auf ihrer dicken Decke und konnte in
aller Ruhe von unserer Hündin Abschied nehmen. Sie lag in
meinem Schoß, als sie friedlich einschlief. Ihr letzter Weg
war friedvoll und voller Harmonie ! Danke Prinzessin - für
eine wundervolle, unvergessene Zeit an Deiner Seite ! Dein Platz ist in
unseren Herzen - Wir werden Dich immer lieben ! All denen, die noch nie
mit einem Handicap-Tier zusammen gelebt haben, können wir nur
eines sagen:
Öffnen
Sie Ihre Herzen und nehmen Sie auch ein solches Tier an - keiner
unserer 3 Vorgänger Hunde, die auch alle aus dem Tierschutz
kamen, hat unser Leben auf eine solch intensive Art und Weise
bereichert.
Wir
haben unendlich viel von dieser Hündin gelernt, vor allem,
dass das Leben lebenswert ist:
Mit all seinen Höhen und Tiefen und auch mit Handicap !

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