Hier
nun wieder einige Tipps für
unsere Hundeerziehung
T e i l 1:
Das Herankommen : Hörzeichen „hier“ oder
Pfiff (Doppelpfiff)
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Man muss immer
sich darüber bewusst sein, dass eine Verständigung
DURCH DIE SPRACHE bei unserem Hund nicht möglich ist. Da beim
Üben des Herankommens die Gefahr vermenschlichender Auffassung
besonders nahe liegt,
sollte man sich vor Augen halten, dass der Hund Sinn und Zweck der
Übung nicht versteht. Lediglich ein Sinnesreiz
löst das Herankommen aus. Wenn aber in der Außenwelt
irgendein Reiz stärker ist als das „hier“,
so m u ß das Tier, seiner Natur entsprechend, diesem
stärkeren Reiz folgen. Eine Zuverlässigkeit kann
mithin niemals erreicht werden, wenn der Hund unmittelbar im Anschluss
an das Herankommen etwas Unangenehmes erfährt. Der Hund muss also - entgegen
menschlicher Auffassung - auch dann stets liebevoll und liebkosend
empfangen werden, wenn er vorher etwas Unerwünschtes begangen
hat, oder wenn er trotz Zurufe oder Pfiffe nicht herangekommen ist.
Die
Anforderungen an die Zuverlässigkeit des Herankommens
dürfen nur allmählich gesteigert werden. Es muss
nochmals betont werden, dass der Hund den BEGRIFF GEHORSAM nicht
versteht. Darum beachtet,
dass bei den Übungen anfänglich oder
auch bei Problemen des Herankommens ablenkenden Einwirkungen
zunächst aus dem Wege zu gehen ist.
Bei Eintritt
einer Ablenkung , so z.B., wenn ein anderer Hund naht, beugt man vor,
indem man den Hund anleint, ehe er selbst die Ablenkung wahrnimmt. Ist
es jedoch nicht mehr möglich, so
lässt man seinen Hund ruhig gewähren,
denn er würde ja nicht auf Zurufe oder Pfiffe reagieren. Bitte
ruft also nur dann den Hund , wenn Ihr Euch sicher seid, dass
er 100%ig gehorcht. Ansonsten lernt der Hund,
dass er nicht kommen muss und bei fortwährendem
vergeblichen Gebrauch dieser Reize würde der Hund dagegen
abstumpfen.
Einsetzende
Einwirkungen auf das Herankommen sollten vom ersten Tag an stattfinden.
Als ursprüngliche Einwirkungen kommen dabei das schnelle
gebückte Zurückgehen oder - laufen des
Führers mit dem Gesicht zum Hund in Betracht. (Fluchtbewegung
unter gleichzeitiger Verkleinerung der
Körperoberfläche)
NIE GEHT MAN DEM
HUND ENTGEGEN = ANGRIFFSBEWEGUNG:
Das wirkt nicht
anziehend, sondern abstoßend auf unseren Hund. Ein eingeschüchteter Hund
würde die Flucht ergreifen. Läuft der Hund bei
irgendeiner Gelegenheit davon, so lauft unter liebkosendem
„hier“ von ihm weg. Flüchtet sich der Hund
in einen Raum, so gehe man unter wiederholtem
„so-is-brav-“ auf ihn zu, liebkost ihn und leint ihn unter Liebkosung an und
schließe nie daran eine Unannehmlichkeit.
Die genannten
ursprünglichen Einwirkungen verwende man nicht nur im
Anschluss an das Ablegen, sondern auch, wenn der Hund sich frei vor uns
bewegt, z.B. nachdem man den Hund hat vorauslaufen lassen.
Verstärkt werden die Einwirkungen durch schnelleres
Zurückgehen oder durch Zurücklaufen. Es wirkt sogar
für viele Hunde besonders anziehend, wenn man sich auf die
Erde wirft (bei schönem Wetter doch möglich, oder?).
Die genannten
ursprünglichen Einwirkungen werden
regelmäßig mit „hier“
verknüpft. Bitte bedenkt aber, dass das
„hier“ erst im Verlaufe der Übungen zu
einem wirksamen Reiz wird. Es ist stets erforderlich, sofort auf die
ursprünglichen Einwirkungen unter gleichzeitigem
Ertönen des „hier“
zurückzugreifen, sobald es, allein gebraucht, das
gewünschte Verhalten nicht auslöst. Das wird noch
lange der Fall sein.
Wie schon
erwähnt, muss das „hier“ in den ersten
Wochen der Abrichtung/Erziehung stets liebevoll ausgesprochen werden.
Der Hund spürt übrigens auch, ob ihr ihm innerlich
gut gesonnen seid, denn bei unfreundlicher Stimme verrät man
dem Hund schon durch Bewegungen und besonders durch den Tonfall, dass
Unangenehmes folgt. Dies tritt noch deutlicher in Erscheinung, wenn ein
zorniges oder erregtes „hier“ ertönt.
Die innerliche
Freundlichkeit hat entsprechende Ausdrucksbewegungen von uns Ausbildern
und damit für das Tier die Ausschaltung von Angst zur Folge.
Die Erfahrung, dass dem herangekommenen Hund nie etwas Unangenehmes
widerfährt, ist planmäßig dadurch zu
festigen, dass der Hund stets mit dem Ermunterungslaut empfangen und
unter dessen wiederholtem Gebrauch "geliebelt" wird.
Niemals
dürft Ihr in unmittelbarem
Anschluss an das Herankommen eine mit Zwang verbundene
Übung durchführen, denn auch diese Unannehmlichkeit
würde sich mit dem Herankommen verknüpfen.
Also: Bei
„Nichtgehorsam
„
leint ihn ohne
Kommentar an, auch wenn es Euch noch so schwer fällt, dem
Lümmel zu verzeihen.
Übt man
in der angegebenen Weise, so sind, immer noch unter Vermeidung starker
Ablenkungen, sehr gute Ergebnisse zu erzielen.
Auf
dieser Grundlage kann Zwang einsetzen:
Hierbei sind 2
Fälle möglich. Der Hund kommt auf das
„hier“ nicht oder er kommt, unterbricht aber das
Herankommen, indem er z.B. unterwegs stehen bleibt und am Boden
schnuppert. Im ersten Fall ertönt ein d r o h e n d e s
„hier“. Die dadurch erzeugte
Einschüchterung bewirkt vielfach schon, dass der Hund kommt.
Macht er nur Miene , dies zu tun, so ertönt stets sofort im
Anschluss an das drohende „hier“ ein
„so-is-brav“, das den Hund unter Aufmunterung in
das ihm bekannte Verhalten hineinlockt. Während des
Herankommens wird der Ermunterungslaut mehrfach wiederholt und der Hund
freundlichst empfangen.
Unterbricht der
Hund das Herankommen, so ertönt ein d r o h e n d e s
„pfui“, dem sich unmittelbar ein
„so-is-brav“, anschließt, sobald er nur
im Begriff ist, das gewünschte Verhalten fortzusetzen. Immer
wird mithin die infolge eines drohenden „hier“ oder
„pfui“ verursachte Einschüchterung durch
das liebkosende „so-is-brav“ wieder behoben. Auf
diese Weise gelingt es, in vielen Fällen den Hund aus der
Ferne zu lenken. Zur Beschleunigung des Herankommens könnt Ihr
immer das schnelle Zurückgehen- oder laufen benutzen.
Herankommen
trotz starker Ablenkungen .............
Dem Hund ein
unbedingtes Herankommen trotz starker Ablenkungen beizubringen, hat
seine grundsätzlichen Schwierigkeiten.
Sie liegen
darin, dass man nicht immer in der Lage ist, auf den in Entfernung von
uns befindlichen Hund in dem richtigen Augenblick mit entsprechend
starkem Zwang einzuwirken, wo ein ablenkender Reiz dem Tier ein
„hier“ zuruft. Deshalb kommt man zu der Frage, ob
es möglich ist, stärkere ursprüngliche
Einwirkungen anzuwenden, die das Herankommen zur Folge haben.
Von den verschiedenen
Möglichkeiten zum Hereinrufen unter Ablenkung oder bei
Verweigerungen
werde ich im zweiten Teil
berichten. Wichtig ist jedoch, dass unsere
Hunde zunächst auf dem Platz das Herankommen auf Zurufen oder
auf Pfiff (=Doppelpfiff) beherrschen, um diese Verhalten dann auf
eigene Reviere bei Spaziergängen zu
überprüfen. Versucht es, aber ruft den Hund niemals
heran, wenn Ihr Euch nicht sicher seid, ob eventuelle Ablenkungen
(andere Hunde etc.)
für den Hund einen stärkeren Reiz ausüben
als von Euch der Befehl zu kommen. Hat er instinktiv erfass,
dass er sich deswegen nicht zu fügen braucht,
ist für ihn der Befehl „hier“ ohne
Bedeutung und die Erziehung muss wieder von Vorne beginnen, und zwar
Schritt für Schritt.
Hier
ist nun der 2. Teil:
Ich
möchte Euch hiermit kurz
erläutern, wann eigentlich Zwang eingesetzt wird oder werden
kann:
Wenn der
Hund mach Ruf des Abrichters
gekommen ist, muss er
stets freundlich empfangen werden. Der Zwang hat also an anderer Stelle
einzusetzen. Hierbei sind zwei Möglichkeiten gegeben. Entweder
kommt der Hund auf Zuruf
oder er kommt nicht, unterbricht das Herankommen, indem er z.B.
unterwegs stehen bleibt und
am Boden schnuppert. Im ersten Fall ertönt ein drohendes
„hier“. Die dadurch erzeugten
Einschüchterungen bewirken oft schon,
dass der Hund kommt. Macht er nur Miene, dies zu tun, so
ertönt stets sofort im
Anschluss an das drohende „hier“ ein
„so-is brav“,
das den Hund unter Aufmunterung in das ihm bekannte Verhalten
hineinlockt. Während des Herankommens wird der
Ermunterungslaut mehrfach wiederholt und der Hund dann freundlichst empfangen. Unterbricht der Hund
das Herankommen, so ruft einfach ein drohendes
„pfui“, dem sich unmittelbar ein
„so-is-brav“ anschließt, sobald er nur im
Begriff ist, das gewünschte Verhalten fortzusetzen. Immer wird
somit die infolge eines drohenden „hier“ oder
„pfui“ verursachte Einschüchterung durch
das liebkosende „so-is-brav“ wieder behoben.
Auf diese
Weise gelingt es, in vielen
Fällen den Hund aus der Ferne zu
lenken. Damit unser Hund im schnellen Tempo zu uns kommt,
benutzt einfach das schnelle Zurückgehen oder- laufen.
Versucht es einfach! Dieses war jetzt eine Kurzwiederholung.
Gehen wir nun einen Schritt weiter.........Ich deutete in einem
Schreiben an, dass ich im
2. Teil verschiedene Möglichkeiten zum Hereinrufen unter
Ablenkung oder bei Verweigerungen sprechen
werde. Denkt bitte nur
immer daran, dass der
Hund seine Übungen / Gehorsamsausführungen
sicher auf unserem Platz durchführt. Ansonsten fangen wir
wieder mit kleinen Schritten von vorne an.
Grund: Der Hund lernt sehr schnell,
dass er unter dem
Einfluss der vielseitigen Ablenkungen nicht sooo unter
der Kontrolle seines Abrichters steht und entzieht sich somit leicht
seinen durchzuführenden
Aufgaben. Deshalb müssen wir uns fragen, ob es
möglich sei, stärkere ursprüngliche
Einwirkungen anzuwenden, die das Herankommen zur Folge haben. Das wäre
möglich, wenn man Schmerz aus der Ferne im entscheidenden
Augenblick zufügen könnte. Vielleicht lässt sich dieses
verwirklichen mit Hilfe eines elektrischen Schlages ohne
Drahtverbindung zwischen Mensch und Hund. Als
Wurfgeschoss für Fernwirkung kann man mit bestem
Erfolg eine zu einem Knäuel zusammengebundene kleine Kette
benutzen (oder ein zusammengebundenes Kettenhalsband.
Hier haben wir es mit einer Schreckwirkung zu tun. Will man die Kette
verwenden, muss man sie
stets bei sich tragen, um keine Gelegenheit zu versäumen, d.h.
um sich schnelle Wurfbereitschaft zu sichern. Neben der
Möglichkeit schneller Verwendung hat die Wurfkette noch den
Vorteil, außer auf den Hautsinn gleichzeitig durch das
Geklirr auf den Gehörsinn des Hundes zu wirken, so dass bei fortgeschrittener
Abrichtung das Geklirr der Kette bei einem Fehlwurf oder
willkürlich durch einen Schlag an der Jackentasche erzeugt,
bereits als stellvertretende Einwirkung stark auf das Herankommen wirkt. Für den
Kettenwurf beachtet:
Er
kann erst angewendet werden, wenn beim Hund bereits eine
Gewöhnung eingetreten ist und das Tier ausnahmslos erfahren
hat, dass es nichts
Unangenehmes während oder nach dem Herankommen beim Abrichter
erfährt; sonst erhält der Kettenwurf keine zum
Abrichter ziehende, sondern eine von ihm abstoßende Wirkung. Ferner darf
der Hund niemals im zeitlichen Zusammenhang mit dem Wurf wahrnehmen:
Die Wurfbewegungen sowie
die vorbereitenden Bewegungen zum Werfen, nämlich das
Hineingreifen in die Jackentasche (o.ä.). Andernfalls
würde der Hund versuchen, dem Wurf auszuweichen, anstatt
schnellstens heranzukommen. Sodann darf der Kettenwurf zu keinem
anderen Zweck verwendet werden, als für das r e i n e
Herankommen, um hierbei den sonst fehlenden starken Zwang zu ersetzen.
Falsch wäre es also, den Kettenwurf zum schnelleren Ablegen zu
verwenden oder, wenn der Hund einem bestimmten Befehl nicht folgt,
z.B., wenn er nicht schnell genug sein Bringstück
zuträgt, nicht laut Kommando im Platz verweilt etc. Wichtig
ist vor allem, dass der
Hund nie die geworfene Wurfkette zurückbringt, sonst
gewöhnt er sich daran, statt unmittelbar zum Abrichter zu
kommen. Weiter darf die Kette nicht verwendet werden, falls der Hund
infolge von Einschüchterung weggelaufen ist oder nicht
herankommt. Schließlich
empfiehlt sich das Verwenden des Kettenwurfes überhaupt nicht
bei Hunden, deren Tätigkeiten im Ernstfall nachteilig beeinflusst werden
könnte durch einen Wurf einer fremden Hand oder auch durch
Wurfbewegungen Fremder. Nun fragt
Ihr sicher, wie die Einwirkung mit der Kette
ist. Die Kette soll den Hund immer unvorbereitet treffen
oder bei Fehlwurf an ihm vorbeisausen. Gleichzeitig soll das
Hörzeichen „ hier „ oder der
übliche Pfiff ertönen. Ein Hund, der gewöhnt
ist, auf diese Hörzeichen die Richtung zum Abrichter
einzuschlagen, und der im Zusammenhang mit diesem Hörzeichen
nur Angenehmes erfahren hat---------nur solche Hunde kommen
auch............., wie gesagt für den Kettenwurf in
Frage------tut dies auch jetzt, wenn der Schreck ihm in die Glieder
fährt, zumal wenn wir als Abrichter durch wiederholt
gesprochene“ so-is-brav“ unter gleichzeitigem
Zurücklaufen ( mit dem Gesicht zu unserem Hund ) einwirkt. Der
Kettenwurf dient also für den lernenden Hund nicht
für die Fälle, wo man vergeblich versucht hat, den
Hund durch schwächere Einwirkungen zum Herankommen zu bewegen.
Dann nämlich blickt unser Vierbeiner meist auf den Abrichter,
und wir wissen ja, dass der
Kettenwurf in diesem Falle niemals angewendet werden darf. B e i s p i e l ::::::
für den richtigen Gebrauch::::::::Geht man mit dem frei
vorauslaufenden Hund im Revier, wo sich Wild aufhält, so hat
man die Kette wurfbereit in der Hand, um sie in dem Augenblick zu
verwenden, wo der Hund von uns g a n z abgelenkt an einem anziehenden
Geruch schnüffelt oder wo er gerade im Begriff ist, im
Gelände einer Wildwitterung zu folgen, oder gar einem
flüchtenden Wild nachzueilen. Wird die Kette auf diese Weise
bei starken, verschiedenartigen Ablenkungen benutzt, stets mit dem gleichzeitigem Ertönen des
„ h i e r „ oder des Pfiffes, so
erlangt das Herankommen einen wesentlich höheren Grad der
Zuverlässigkeit. Für Fernwirkung
benutzt man nach denselben Grundsätzen wie die Wurfkette auch
die Schleuder ( Zwille, Katapult).
Bei einiger Übung vermag man damit den Hund bis auf eine
Entfernung von 30 Metern ziemlich sicher zu treffen. Man benutzt dazu
Rehposten. Der im entscheidenden Augenblick unter Ertönen des
„hier“ oder des Pfiffs eintretende
„Schmerz“ bewirkt das Herankommen bei einem Hund,
der an liebevollen Empfang gewöhnt ist. Schließlich
möchte ich noch den sogenannten
Strafschuss erwähnen. Dabei handelt es sich
keineswegs um eine Strafe, sondern um Erregung starken Schmerzes in dem
Augenblick, wo der Hund einem flüchtenden Wild nachstürmt. Es wirken
hier verschiedene Reize zu gleicher Zeit, genauso wie in einem
derartigen bei Verwendung des Kettenwurfes oder des Schleuderschusses,
nämlich den Gesichtsreiz des flüchtenden Wildes, der
von dem Schuss
herbeiführende Schmerzreiz und der Gehörreiz
„hier“ bzw. der Pfeifton,
selbstverständlich auch der Gehörreiz des Schusses
selbst .
So
weit für dieses Mal.
Erwähnen
möchte ich aber
noch, dass für
uns der Strafschuss kaum
durchführbar ist. Ebenso sollte man, falls der Hund sich im
„Freien“ zu weit von uns fortbewegt oder gar beim
Heranrufen zwar kommt, aber ständig zu weit für das
Anleinen entfernt bleibt, die Wurfkette mit einer
„Hilfskraft“ durchführen, damit
er nie eine Verknüpfung zwischen uns Führern und der
Wurfkette herstellen kann.

Hier
ist nun der 3. Teil
Ich
sprach im
zweiten Teil über die Art und Weise, wann Zwang einsetzen
kann. Letztlich erwähnte ich den sog. Strafschuss, weil er
eigentlich den Grundsätzen der Abrichtung entsprechende
Einwirkung ist. Empfehlen kann man ihn aber nicht aus
selbstverständlichen Gründen.
Nun
möchte ich noch ein anderes mit Starkzwang verbundenes
besonders für harte Hunde anzuwendendes Verfahren für
das Herankommen erwähnen. Bitte beachtet aber, daß
wir eigentlich in unserer Gruppe diese Anwendung nicht
benötigen....
Man
nehme
eine 4Meter lange Abrichtleine, hake sie in den Ring des nach innen
gekehrten Korallenhalsbandes ein, gehe mit dem Hund und bringe ihn in
die DOWNLAGE. Dann verlasse man ihn, hinter ihn tretend, soweit als die
Leine reicht. Man warte einige Augenblicke, um unerwünschte
Verknüpfungen mit dem Zurücktreten hinter den Hund zu
vermeiden und rufe dann leise:“H i e r!“
(oder
benutzt
den Doppelpfiff, aber leise). Im gleichen Augenblick springt man mit
langen Sätzen rückwärts, die Leine fest in
der Hand haltend. Folgt der Hund diesen leisen Aufforderungen nicht, so
bekommt er mit den Korallen einen Ruck, der sehr schmerzhaft ist. Nach
einigen Wiederholungen wird der Hund, um dem Schmerz auszuweichen,
blitzschnell hochschnellen und zum Abrichter eilen. Je
schärfer die Einwirkung mit Zwang unmittelbar nach dem Pfiff
oder Ruf erfolgt, je freundlicher der Hund vom Führer beim
Herankommen empfangen wird, um so schneller wird der Hund den Wechsel
zwischen Unannehmlichkeit und Annehmlichkeit im Gedächtnis
behalten und bemüht sein, sich durch größte
Schnelligkeit dem unangenehmen Zwang zu entziehen. Wenn ich Euch
geraten habe, beim Heranrufen des Hundes in Sprüngen
wegzueilen, so hat dieses eine besondere Bedeutung. Sprünge
treiben das LAUFRAUBTIER vor ihnen her, seinem Meutenführer
Mensch schnellstens und freudig erregt zu folgen. Je beweglicher man in
solchen Fällen bei der Abrichtung vorgeht, um so mehr wird
auch der Hund in einem uns günstigen Sinne erregt und vom
Abrichter förmlich angezogen.
Hat der
Hund
das Herankommen an der 4 Meter langen Leine (die Zwangseinwirkungen
bestens ermöglicht) gelernt, können wir für
die beschriebene Übung die 20 Meter Feldleine verwenden. Dabei
wechsele man auch die Stellung zum Hund. Einmal wird man ihn von
rechts, einmal vor ihm, einmal links von ihm stehend, in
unregelmäßiger Reihenfolge abrufen und so das
Herankommen von allen Seiten üben. Man hüte sich aber
ganz besonders davor, diese mit starkem Zwang verbundene Übung
etwa oft am gleichen Platz zu üben, weil dadurch ganz bestimmt
dem Hund die unerwünschte Verknüpfung mit der
Örtlichkeit in aller Kürze geschaffen würde.
Auf
Pfiff
oder Ruf soll der Hund in beschleunigter Gangart, möglichst im
Galopp, zu seinem Führer eilen und stets dicht bis an diesen
heran an die linke Seite (nach Kehrtwendung, wie wir wissen) kommen. S
t e h t der Führer, so hat der Hund sich an die linke Seite,
wie für die Leinenführigkeit gefordert, zu setzen;
geht dieser, so folgt der Hund dem Führer wie beim Freifolgen.
In beiden Fällen darf sich der Hund erst dann entfernen, wenn
der Laut:“VORAN!“ ertönt. Die einzige
Übung also, bei der man zwei verschiedene Laute - Ruf und
Pfiff - für dasselbe Verhalten benutzt. Die Pfeife verdankt ja
ihre Einführung dem Umstand, dass sie weiter tönt als
die menschliche Stimme. Der Laut :“HIER!“ ist
deshalb gewählt, weil in ihm ebenso wie im Pfiff ein
„i“ hervortönt.
Viele
Abrichter haben die Angewohnheit, dem Hund alle Augenblicke zu pfeifen,
ohne damit zu wollen, dass der Hund dicht an sie herankommt. Das ist
falsch. Immer, wenn der :“HIER!“ ertönt,
muss man den Hund jedes Mal ganz dicht an sich herankommen lassen und
ihn ebenfalls immer loben.
Wenn
man
nicht will, dass der Hund dicht zu einem herankommt, sondern das Tier
nur auf sich oder einen neuen Weg, den man einschlägt,
aufmerksam zu machen beabsichtigt, darf man nie den Laut
:“HIER!“ gebrauchen, sondern man muss ein anderes
Zeichen dazu wählen, das man Achtungslaut nennt. Hierzu kann
man einen schnalzenden Laut gebrauchen, an den der Hund sich schnell
gewöhnt. Er wendet dann nur den Kopf, sobald er diesen Laut
hört, läuft nicht zum Herrn, sondern schlägt
dessen neuen Weg ein. Würde man nämlich in beiden
Fällen, ob der Hund herankommen oder sich nur nach Herrchen
umsehen und sich nach dessen Weg richten soll, denselben Laut anwenden,
woran sollte der Hund denn dann der Hund merken, in welchem Fall das
:“HIER!“ die erste oder zweite Bedeutung hat? Wir
Menschen würden aber dann vom Ungehorsam des Hundes sprechen.
Eine
besondere Bedeutung verdient das Abrufen eines Hundes, der sich mit
einem Geschlechtsgenossen trifft. Man beobachte, wie eine solche
Hundebegegnung vonstatten geht. Man bedenke, dass sich zwei begegnende,
in der Größe ziemlich gleiche Hunde sich in den
meisten Fällen als Feinde gegenüberstehen (wenn sie
ausgewachsen sind): Die Hündin sieht die Hündin als
Nebenbuhlerin, der Rüde den Rüden als Nebenbuhler an.
Steifen Schritts gehen sie sich entgegen, steifen Schritts umgehen sie
sich, einander beriechend und das Geschlecht feststellend, steif und
langsam entfernt sich der eine von dem anderen , um dann erst in eine
beschleunigtere Gangart zu verfallen. Wer v o r der Begegnung
wegläuft, ist sofort feindlicher Verfolgung ausgesetzt. Um
sich davor zu schützen, muss jede Begegnung (wie beschrieben)
durchgeführt werden.
Pfeift
man
daher einem Hund, der einem Geschlechtsgenossen begegnet, so kann er
unter Umständen diesem Pfiff nicht Folge leisten, da ihn der
andere sofort angreifen würde, sobald er von ihm weglaufen
würde. Nach Hundeart muss die Begegnung durchgeführt
werden; der abgerufene Hund muss sogar zu seinem Nutzen sich
zunächst langsamen Schrittes vom „Gegner“
entfernen, um dann erst in eine mehr beschleunigte Gangart zu
verfallen. Wirft man nach einem sich in der Begegnung befindenden
Hunde, so entsteht sofort eine Beißerei, weil das durch den
Wurf hervorgerufene Zusammenzucken als Angriffs- oder Fluchtbewegung
aufgefasst wird.
Zusammenfassend:
Für die
beim
Herankommen zu beobachtenden Gesichtspunkte ist festzuhalten:
-
Nie den
Hund, der nicht herangekommen ist, schlagen oder ihm sonst irgendwelche
Unannehmlichkeiten bereiten;
-
nie den
Hund, der irgendeine nicht in unserem Nutzen liegende Handlung begangen
hat, herankommen lassen, um ihn zu schlagen oder ihm sonst irgendwelche
Unannehmlichkeiten zu bereiten;
-
nie es
zur Regel werden lassen, sondern nur ausnahmsweise
den Hund heranrufen, um unmittelbar darauf irgendeine
Zwangsübung mit ihm vorzunehmen. Andernfalls erhält
das :“HIER!“ nicht eine zum Herrn ziehende, sondern
von diesem abstoßende Bedeutung
-
BITTE
BEACHTET IMMER:
-
Freudig
und zuverlässig lernt unser Hund nur dann das Herankommen,
wenn dies in seinem Nutzen liegt. Unterordnen kann er sich nur,
gehorchen lediglich: DEM EIGENEN VORTEIL