Spontane Gedanken und
Eindrücke von Settern, denen wir begegnet sind.
Gerne nehmen wir auch
Ihre / Deine Schilderungen etc. auf, schreiben Sie uns, wir freuen uns.
1. Geburtstag des A-Wurfes ( Katharina Aulmann)
Irgendjemand
hat es mal wieder gut mit uns gemeint…. Die ganze Woche
Regen – und pünktlich zum ersten Geburtstag unseres
A-Wurfs riss schon tags zuvor der Himmel auf, strahlender Sonnenschein,
zarte Wattewölkchen am stahlblauen Himmel!
Aber
das größte Geschenk war, dass ALLE neuen Besitzer
UND die Besitzer des Deckrüden zugesagt hatten, den Geburtstag
am 3. Juli mit uns gemeinsam zu feiern. Nur eine kurzfristige,
krankheitsbedingte Absage mussten wir betrauern.
Alles
war gut durchdacht und geplant. Würde unser Garten und Haus
dem Ansturm von 14 Hunden gewachsen sein? Ja - aber nur dann, wenn sich
alle vorher schonmal in größerem Gelände
ausgetobt haben würden. Der Schäfer aus unserem
Freundeskreis gab eine der von ihm gepachteten großen Wiesen
frei, wunderbar gelegen oberhalb eines kleinen Sees. Hier steckten wir
mit flexiblen Zäunen ein großes Areal ab, sodass
alle Hunde sich frei bewegen konnten.
Am
Samstag kamen dann alle, wie erträumt, ein bisschen
zeitversetzt zwischen 12 und 13 Uhr, so dass die Ankunft jedes
einzelnen Hundes bewusst wahrgenommen werden konnte: Wie reagieren die
Wurfgeschwister aufeinander? Für uns war es fast lustig, wie
wenig sie sich charakterlich verändert haben: Wer als Welpe
schon keck und explorativ gewesen war, war es auch jetzt. Wer eher
schüchtern oder abwartend in die Welt geschaut hatte,
näherte sich auch jetzt etwas verhalten dem Geschehen. Aber
eines ist allen Settern gleich: Ihr freundlicher Charakter, ihre
unbedingte Bereitschaft, zu kooperieren, einander im Spiel zu
entdecken. Welche Freude, das auch hier zu erleben!
Unsere
„Großen“, Papa Tyron, Mama Naya und die
beiden Seniorinnen Favour und Chicca hatten wir hier noch bewusst
herausgehalten, damit sich die Junghunde frei entfalten und die
„Alten“ nicht genervt fühlen
würden. Außerdem wollten wir die Begegnung
„Tyron mit Söhnen“ in Gegenwart vieler
Mädchen etwas kontrollierter gestalten. Klug
überlegt!!
Die
Wiese war bald ein wildes Gewusel von roten Flitzern. Zwischendurch
kurze Rast im Schatten unter Bäumen, mächtiges
Geschlabber aus den großen Waschbütten mit Wasser
– und weiter ging das große Kräfte- und
Geschicklichkeitsmessen. An den See gingen wir mit Leinen, dort
hätten ja noch andere Menschen sein können. Welche
Freude auch hier zu sehen, dass alle schon recht wohl erzogen sind und
fein in der Kolonne mit ihren Besitzern bei Fuß gingen. Am
See planschten dann alle nach Herzens- und Setterlust. Erste
Schwimmversuche klappten auch schon!
Nach
solch vergnüglichem Beginn ging es zu uns nach Hause. Und die
Rechnung ging auf: Im Garten wurde zwar auch noch gespielt, aber die
ganz große Rennerei gab es nicht mehr, sodass die Menschen
sich am reichlichen Buffett laben konnten und Zeit für
intensivere Gespräche entstand: Wer hat sich wie entwickelt?
Wie verhalten sie sich im Feld, im Wald, im Haus, mit anderen Hunden,
mit fremden Situationen? Wer geht in welche Hundeschule und wie wird
dort gearbeitet? Gibt es gesundheitliche Fragen und Probleme? Wie
klappt es mit der Haarpflege? Alles das waren natürlich auch
für uns als Züchter wichtige Fragen, denn sie lassen
Rückschlüsse darauf zu, wie wir die Welpen einst
geprägt haben. Und obwohl wir über das ganze Jahr
manche „Gespräche“ in der WhatsApp-Gruppe
geführt haben, war es doch viel schöner, einander von
Angesicht zu Angesicht zu sprechen.
Natürlich
wurde dann auch verglichen und fotografiert: Größe,
Gewicht, Körperbau, die Form des Kopfes… - Wer ist
ein besonders schöner und dem Standard entsprechender
Vertreter seiner Rasse? Manches ist sicher noch nicht ausgereift bei
einem jungen Hund, da wird sich noch etwas tun. Wie sagte Marion immer,
wenn wir fürchteten, Favour-Kind sei zu zart? „Sie
bekommt noch Body!“
Ein
besonderer Moment war die Ankunft der Familie Boemer mit Monty und
Tyron. Hatten unsere „Großen“ den Ansturm
der Bagage recht gelassen hingenommen, so reagierte Tyron auf
„seine“ Mädchen zunächst
hingerissen. Die beiden Jungs hatten wir im Welpenauslauf separiert.
Als er ihrer ansichtig wurde, wedelte er noch – aber dann
wurde klar, dass das Rüden sind…! Wie
vorhergesehen, konnte er nicht dabei bleiben. Aber auch
hierfür hatte wir vorgesorgt und so verbrachte immer mal
wieder einer von uns Menschen etwas Zeit mit Tyron und Monty im
„Séparée“, um sie bei Laune
zu halten und der Rest der Großfamilie vergnügte
sich wieder im Garten.
Der
Tag klang so froh aus, wie er begonnen hatte. Und so hoffen wir, dass
Mensch und Hund weiter ein gesundes, fröhliches und anregendes
Jahr haben werden. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen am 3. Juli
2022 ?!
Sylvia Kaufmann
Sohn von Wulfi
Ausstellung 2012 Richard
Didicher mit Bea - Rita Müller mit Bho-Ghy
Am
20.01.2020 wurde unsere Fenja ( The Red Love Firefenja of Mimosa) 9
Jahre alt.
Wir
gratulieren ihr und ihren Geschwistern aus dem F-Wurf ganz herzlich.
Erinnerungen an Vito. 05.02. 2006 -
24.10.2018 - Christine Götz
Vor
kurzem war Vito`s erster Todestag. Ein nebliger, sehr trauriger Tag.
Auf
seinem Grab liegt Herbstlaub.
Sein
Hundebett liegt noch in meinem Wohnzimmer, sein Kuschelkissen auf dem
Sofa.
Ich
kann das nicht wegräumen. Er ist noch da und doch so weit
weg…
Ich
versuche, an den jungen, gesunden Vito zu denken, der uns so oft ein
Lächeln in`s Gesicht gezaubert hat. Mir fällt ein,
wie ich ihn zum ersten Mal duschen musste, weil er vom Spaziergang sehr
dreckig zurückkam. Ich lotste ihn in die Duschkabine und
ließ langsam warmes Wasser über seine Pfoten laufen.
Er wusste nicht so recht, wie er sich hinstellen sollte mit seinen
langen Beinen auf dem rutschigen Boden, aber er schien es zu
mögen. Als er einigermaßen sauber war, trocknete ich
ihn ab und wickelte ihn danach in ein weiteres, frisches Handtuch.
Am
nächsten Tag stand ich im Bad und war gerade beim
Zähneputzen, da sah ich im Spiegel, wie Vito sich herein
schlich, in die Duschkabine stieg, sich einmal umdrehte, herausschaute,
als wolle er sagen „Machen wir das heute wieder?“
Er war so voller Vertrauen. Oder als er die trocknenden
Walnüsse im Vorratskeller entdeckte. Er nahm eine mit nach
oben, kaute ein bisschen darauf rum, gab sie mir schließlich
-schleimig- in die Hand. Ich öffnete sie für ihn mit
dem Nussknacker, er bekam den Inhalt. So entstand ein nettes kleines
Ritual. In den Keller gehen hieß eine Nuss mit nach oben
bringen. Voller Stolz gab er sie mir zum öffnen. Obwohl er sie
später auch selber knacken konnte.
So
viele kleine Geschichten, an die ich mich hoffentlich noch ewig
erinnern werde.
Vito, Du hast eine große Lücke
hinterlassen.
Traurig und dennoch
wahr!!!!!
Seit
vielen Jahrzehnten bin ich leidenschaftlich der Rasse Irish Red Setter
verfallen und besitze sie mit vollem Stolz. Aktives Setterleben im
Punkte Ausbildung, Ausstellungen, Hilfestellungen etc. prägen
mein Leben bis zum heutigen Tage. Es haben sich unzählige
Freundschaften entwickelt, die mein Leben bereichern.
Und
- dennoch gibt es viele traurige Momente. Welpen dieser Rasse werden
verkauft ohne Hinweise, angebotene Hilfestellungen von
„Züchtern“ wurden verdrängt und
VIELES mehr.
In
meinen Ausbildungskursen half ich und konnte nicht nur die Hunde durch
ein Training „heilen“, sondern auch durch sehr viel
Geduld und Zureden die Besitzer aufmuntern, nicht aufzugeben.
Dass
viele Welpen keine besondere liebevolle Prägung in der
Zuchtstätte erhielten, erfuhr ich durch die
Erzählungen der Hundebesitzer. Welpen, die wie in einem
Hühnerstall gehalten wurden und nur durch eine kleine
Öffnung nach draußen in ein winziges steiniges
Auslaufgehege gelangen konnten, ist nur ein Beispiel. Das Halten dieser
wunderbaren erwachsenen Hunde auch in steinigen Zwingern mit steinigem
Auslauf ist das mir unverständlichste Beispiel einer lieblosen
Hundehaltung.
Doch
auch Anrufe, der Setter muss aufgrund meiner Schwangerschaft sofort
weg, erlebte ich einige Male und bei persönlichen Besuchen und
Gesprächen blieb ich erfolglos. Doch auch diese Hunde fanden
ein neues, gutes Zuhause. Vor einigen Monaten stellte sich eine Familie
vor und nahm am Training zunächst teil. Sie wurden bei dem
Kauf nicht informiert, dass es sich um die jagdliche Zuchtrichtung
handelt. Ich klärte sie genau über die beiden
Zuchtlinien auf und bat um Geduld beim Erziehen. Die sehr lebhafte
Hündin war bereits 7 Monate. Als ich sie nach Wochen aufgrund
des Ausbleibens beim Training telefonisch nach dem Grund fragte, rang
ich um Luft. Sie hatten sie im Tierheim „entsorgt“.
Natürlich setzte ich alle Hebel in Bewegung......und mit
Erfolg.
Ich
bin immer wieder entsetzt, dass es so traurige Fälle gibt.
Dieses sind ja nur ein paar Einzelfälle, die ich
erwähne, doch ich hoffe, dass jeder eine strenge Auswahl beim
Kauf eines Welpen trifft und die auf dieser Homepage
aufgezählten Regeln beherzigt.
Rita
Müller (17.11.2019)
S i r M i l e s -
Erinnerung in vier Bildern
1.
Dynamik und Statik
Ein
Weizenfeld in Epfenbach im Frühling, ein junger Rüde
stürmt voller Kraft und Dynamik über die Wiesen.
Der
Eroberer der grünen Weiten, der allen trotzt und den es
ungestüm nach vorne drängt. Nur mühsam
gelingt es mir seinen Übermut in die Bahnen einer Suche zu
lenken.
Und
dann geschieht das Unfassbare: In einem Weizenfeld nahe einer
Böschung erstarrt er zu einem statischen Bild aus Bronze
gegossen. Er steht einem Fasan vor. Ich sehe in seinen angespannten
Muskeln die Kraft all seiner Ahnen, nichts bewegt sich sogar der Wind
hält inne.
Und
ich sage: Mehr geht nicht.
2.
Vater und Sohn
Ein
Ausstellungsring in Schauenburg. Sie stehen sich gegenüber
Vater und Sohn, wie Hildebrand und Hadubrand in der alten germanischen
Sage. Nein, es wird nicht zum Kampf kommen, denn der Alte, der sonst
nie zaghaft war, weiß, dass er es mit seinem Sohn nicht
aufnehmen kann.
Volker
und ich werden zur Kulisse für zwei herrliche Portraits.
Sie
teilen sich den grünen Rasen, der eine das Spiegelbild des
anderen. Sie bewegen sich majestätisch im Gleichklang, so als
würde der eine den Lauf des anderen vorgeben. Mehr geht nicht.
3.
Anmut und Würde
Ich
entlehne diese Begriffe der deutschen Klassik, die das Wunderbarste
ist, was wir Deutschen geschaffen haben und übertrage sie
ausnahmsweise in die Welt unserer Hunde. Ich sehe Miles wieder auf
einer Schau in Ihringen, hoch oben zwischen den Weinbergen.
Gereift
und würdevoll, voller Anmut steht er auf einem Plateau. Das
Treiben um ihn herum interessiert ihn nicht. Sein Kopf ruht in Volkers
Hand und beide verschmelzen zu einer Einheit. Mehr geht nicht.
4.
Abschied
Auf
den Wiesen von Bammental. Er galoppiert den Flusslauf entlang, so, als
wollte er alles geben. Er will nicht wahr haben, dass es Grenzen gibt
und seine Kräfte schwinden.
Ich
rate Volker ihn anzuleinen, damit er lernt für die kommenden
Jahre mit seiner Energie hauszuhalten. Er braucht im Alter mehr Ruhe,
meine ich.
Am
Abend liegt er mit den anderen bei uns im Wohnzimmer auf dem Teppich,
wie vorher so viele seines Geschlechts.
Was
wir alle nicht wussten, er kam um Lebewohl zu sagen, so wie liebe
Freunde, die mit einem Fest sich glücklich von uns
verabschiedeten – für immer.
Richard
Didicher
Bevor
ich meine Erinnerungen verfasste, bat ich die Besitzer von Miles,
Claudia und Volker König, um eventuelle Anregungen.
Ich
erhielt einen liebevoll zusammengestellten Lebenslauf und erlaube mir,
einige Passagen daraus zu zitieren:
Der
Wunsch, einen Irish Setter zu besitzen, entstand in meiner Kindheit.
Gegenüber von meinem Elternhaus wohnte ein englischer
Offizier, morgens wurde er mit einem Dienstwagen abgeholt, kurze Zeit
später ging die Ehefrau mit den beiden Irish Setter
Rüden Jack und Maddock spazieren und für mich war es
das größte diese Hunde zu streicheln. Für
mich festigte sich der Traum, eines Tages solch einen Hund zu besitzen
und der Traum wurde wahr. Claudi und ich machten uns auf die Suche und
wurden bei Frau Dr. Stephanie Klinge- Wipfelder fündig, ein
Familienmitglied sollte er sein, sowie man es sich vorstellt. Es war
uns vergönnt auch den Vater von unserem zukünftigen
Welpen kennenzulernen auf einer Ausstellung, ich dachte bei dem Anblick
nur was für ein kräftiger Kerl ist das denn. Acht
Wochen später zog Miles bei uns ein und auf ihn wartete eine
Dackeldame namens Abby, sie hatte in der Welpenzeit ihre liebe Not mit
dem Knaben. In der Hundeschule war Miles schon sehr speziell, das
normale Training in der Hundeschule interessierte ihn nicht sonderlich.
Nach gut zwei Monaten sagte unsere Trainerin, dass Miles eine andere
Ausbildung benötigt; wir waren total verunsichert und dachten,
wieso ist dieser Zwerg nicht auf uns fixiert. So begann eine jagdliche
Ausbildung, obwohl wir keine Jäger sind und siehe da, unser
Miles hat von da an seine Passion ausleben dürfen.
Später wurde er im Feld von den Jägern als roter
Teufel bezeichnet, zu uns Menschen war er ein total loyaler Freund.
Seine zweite Größe war das Ausstellungswesen und er
zog die Blicke auf sich mit seinem traumhaften Gangwerk, mitunter
dachte ich, dass Miles mir einen Gefallen tut mit seinen grandiosen
Auftritten, er selber hätte wohl niemals eine Ausstellung
besucht, für ihn war das Leben in der Natur sein Mittelpunkt.
Nach dem Erreichen vieler Titel haben wir ihn in den Adelsstand
erhoben. Sir Miles hat auf 75 Ausstellungen 25 Mal das BOB (= bester
Hund der Rasse) bekommen. Über die Jahre gesehen hat sich aus
ihm ein Irish Setter entwickelt, von dem viele Menschen nur
träumen.
Wir
müssen noch oft an TNA Test in Tiefenbach denken, ein gewisser
Herr Didicher sagte zu mir: „Herr König was wollen
sie mit solch einem Hund, ich kaufe Ihnen diesen Hund ab!“
Wir schauten uns in die Augen und lachten. Von da an wusste ich, dass
wir einen besonderen Irish Setter haben. Miles brauchte in vielen
Dingen keine Anleitung im Training, seine Eltern haben ihn genetisch
gut ausgerüstet und damit waren seine Anlagen bestens.
Sir
Miles war ein Hund mit Ecken und Kanten, es gab nur Schwarz und
Weiß, seine Willensstärke und Unerschrockenheit
waren schon sehr beeindruckend. Männliche Konkurrenz an seiner
Seite war nicht erwünscht und es wurde sofort geklärt
wer Chef ist.
Diese
Stärke von seiner persönlichen Kraft hat auch mir
immer wieder gut getan, er brauchte nicht mich, sondern ich brauchte
Miles. Solche Typen werden zu Seelenhunden und das war Sir Miles.
Volker
König
27.08.2019
Meine ehemaligen Setter leben
alle in meinem Herzen
weiter.
X e n o
Ich
sah ihn als Welpe in Epfenbach, ich sah ihn als
„Halbstarken“ in Kassel, ich sah ihn in voller
Kraft anlässlich einer Clubsiegerschau und
anschließend im Feld. Ich sah die Leidenschaft seines Vaters
Hazel, ich sah das Selbstbewusstsein seines Großvaters Marco
und das Edle seines Urgroßvaters Frederik.
Dazu
ein perfektes Wesen und A-Hüften. Und er läuft
ehrlich und stolz durch den Ring, nicht verkniffen und
ängstlich, wie manch andere „Konsorten“,
die der Mut verlassen hat.
Ein
Hund, der nie in die Zucht kommen wird, da seine Besitzerin durch ihre
unverblümte, direkte Art nicht in der Gunst der
„Entscheider“ steht.
Schade?
Nein. - Ich mag solche Hunde.
Freuen
wir uns einfach, dass es solche Geschöpfe gibt. Mich hat er
überzeugt, da er ein ganzer Kerl ist.
RD
29.07.2019 Impressionen von Christine
Götz:
Setter
sind etwas Besonderes. Wie mit Bora 1989 alles anfing. Auf einer sehr
berührenden englischsprachigen Website habe ich einmal den
Satz gelesen „Setters are special- and they know
it“. Ich glaube, da ist etwas dran.
Auch
meine beiden Setter -Bora und Vito- hatten dieses besondere Etwas, das
man schwer beschreiben kann. Ich weiß nicht genau, woher die
Setterleidenschaft in unserer Familie damals kam. Ich bin quasi damit
großgeworden, dass diese rotbraunen Hunde die
schönsten überhaupt seien. Und lange bevor wir selber
einen Setter hatten, war es für uns der Inbegriff von
Schönheit und Anmut.
Es
war der „Hundegeschmack“ meiner Eltern. Irgendwann
hatte ich sie weichgekocht und ich durfte mir - damals 16 Jahre alt -
einen Setter aussuchen. Ich weiß noch, wie ich in der
Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ eine
Anzeige fand. Es wurde schließlich eine Hündin aus
Dörzbach „The Wild Life Bora“. Auf der
ersten Fahrt zum Züchter sagte mein Vater zu mir :
„Damit eines klar ist: Wenn Du einmal heiratest, den Hund
musst Du dann mitnehmen“…zwei Wochen
später sagte er (als Bora den Fernseh-Ledersessel in Beschlag
genommen hatte und mein Vater darüber irgendwie
gerührt war) „Und wenn Du einmal heiratest, der Hund
bleibt hier bei uns“.
Bora
war für meine Eltern wie ein drittes Kind. Wir haben sie alle
sehr geliebt. Wir waren ja Hundeanfänger und hatten mit ihr
einen ziemlich jagdtriebigen Hund bekommen. Mit Schrecken denke ich
heute noch dran, wie sie so manchem Vogel oder Hasen hinterher gehetzt
ist. Aber irgendwie war unsere kleine Welt auf der Alb damals noch
nicht so gefährlich wie heute und es gab viel weniger Autos.
Den örtlichen Jäger hat mein Vater damals aufgesucht:
Er wollte ihm (nicht wenig) Geld dafür geben, dass er unsere
Bora zeitlebens verschonen möge…
Bora
hat Besucher geliebt, unsere Katzen und Kinder. Sie war intelligent und
voller Charme. Zu Schulausflügen durfte ich sie mitnehmen, so
dass mir eine Schulfreundin letzten Sommer bei einem Klassentreffen
sagte, irgendwie kennt sie mich nur mit Setter.
Bora
durfte über sechzehn Jahre alt werden. All diese Jahre hat sie
uns große Freunde gemacht mit ihrer besonderen Art.
Im
Sommer 2005 musste unsere Tierärztin sie erlösen. Das
war ein schlimmer Einschnitt für mich, weil Bora irgendwie
ständige Erinnerung an meine unbeschwerte Jugend war. Sie hat
so viel mitgenommen, so viele Geschichten.
Ich
bin froh, dass der rote Setter schon lange kein Modehund mehr ist. So
bleibt er etwas ganz Besonderes. So wie Bora und später mein
Vito
Impressionen
- Teddy
Unser
damaliger Irrglaube, man könnte als einzelner deutscher
Züchter durch Einkreuzen von fremden Linien die Zucht
verbessern, veranlasste uns in ganz Europa nach passenden
Rüden suchen.
Bei
Sybil Lennox (Brackenfield) sah ich zum ersten Mal Starchelle Chicago
Bear, ein Cruftswinner mit einem herrlichen, gut aufgemischten
Stammbaum. Über seine Besitzerin erfuhren wir, dass es im
Elsass ein Sohn dieses Rüden gab: Cataluna American Dream with
Starchelle.
Zu
unserer Überraschung erfuhren wir auch, dass er über
A-Hüften verfügt.
Als
ich zu seinem Besitzer, Herrn Borzan, Kontakt aufnahm, kam die
Enttäuschung. Ich sprach mit einem Mann, der nicht mit
Lobeshymnen über seinen Hund aufwartete, so wie ich es aus
Gesprächen mit anderen Rüdenbesitzern kannte.
Er
war zurückhaltend und ich war nach dem Telefonat ratlos.
Ich
wollte mir selbst ein Bild von dem Rüden machen und wir fuhren
nach Kunheim ins Elsass.
Und
ich sah das, was ich suchte: ein ausgewogener Rüde von
mittlerer Größe mit schönem Haarkleid, ein
klassischer Kopf mit weichem sanftem Ausdruck; nicht
draufgängerisch, aber charakterfest.
Und
ich machte die Bekanntschaft eines außergewöhnlichen
Mannes, der ein hervorragender Kenner unserer Rasse ist.
Spontane
Gedanken und Eindrücke von Settern, denen wir begegnet sind.
Werl 2017:
Ein
Setter sieht mich an, so als würde er mich kennen und ich sehe
ihn an, so als würde ich ihn kennen. Es ist die ruhige Art
Setter, die ich mag.
Dann
hat man sich aus den Augen verloren.
Vor
einem Monat schickt mir die Züchterin ein Video und ich
erkenne ihn wieder. Ich freue mich über die Konzentration und
den Willen, der aus diesen herrlichen Bewegungen spricht.
Das
ist ein Hund, der in sich ruht, der sich auf keiner Prüfung
beweisen muss, da er zu den vielen Großen zählt, die
nicht im Rampenlicht stehen müssen. (R.D.)
Bho-Ghy
Wir
haben diese Homepage ins Leben gerufen, als Sprachrohr für
alle Irish Setter und Menschen, die sie ins Herz geschlossen haben.
Ausdrücklich
möchte ich sagen, dass dabei nicht unsere Hunde im Vordergrund
stehen sollen.
Deshalb
entschuldigen Sie bitte die heutige Ausnahme.
Ich
habe Ritas Beitrag über Bho-Ghy gelesen und Erinnerungen, die
sich nicht unterdrücken lassen, kommen hoch - welch ein
wunderbarer Ausnahmehund.
Schon
seine Kinderstube war eine Ausnahme, denn er hatte fünfzehn
Geschwister und die Hühner in einem niederländischen
Garten waren nur hinter einem Zaun vor dieser Meute sicher.
Einer
glücklichen Kindheit folgte ein glückliches Leben in
Gelsenkirchen.
Geachtet
für seine Intelligenz und sein Scharfsinn, geliebt und
vergöttert für seine souveräne Art und sein
Wesen. Versorgt und gepflegt im Alter und nie allein.
Wenn
ich heute seine dreizehnjährige Schwester Bea sehe, die bei
meiner Tochter lebt, muss ich stets an diesen Ausnahmehund denken.
Und
wenn Rita Fotos ihres halbstarken Cho-Ghy schickt, sehe ich
Züge seines Urgroßvaters Bho–Ghy
(vielleicht auch nur, weil ich es will).
Richard
Didicher (17.06.2019)
Werl
2018: Duffy,ein Setter sieht mich an, so als würde er mich
kennen und ich sehe ihn an, so als würde ich ihn kennen. Es
ist die ruhige Art Setter, die ich mag.
Dann
hat man sich aus den Augen verloren.
Vor
einem Monat schickt mir die Züchterin ein Video und ich
erkenne ihn wieder. Ich freue mich über die Konzentration und
den Willen, der aus diesen herrlichen Bewegungen spricht.
Das
ist ein Hund, der in sich ruht, der sich auf keiner Prüfung
beweisen muss, da er zu den vielen Großen zählt, die
nicht im Rampenlicht stehen müssen. (Richard Didicher)
Immer,
wenn ich unsere Irish Red Setter beobachte, erfreut sich meine Seele,
sie zeigen bei allen Reaktionen ihre Stimmungen, besonders jedoch
Conner. Sein Frauchen Ingrid & Herrchen Josef berichteten mir
heute, 04.06.2019, dass er sehr beleidigt ist, wenn er mal für
eine kurze Zeit zu Hause bleiben muss. So verkriecht er sich in diesem
Fall in SEINE Ecke, verweigert sein Leckerchen (sogar Leberwurst etc.)
und schenkt seinen Zweibeinern für längere Zeit
keinerlei Beachtung. Auch das Locken mit vielen Gesten und anderen
Leckerchen zu einem Gassigehen zeigt keinen Erfolg. Er schwitzt es
einfach aus, bis er nach einer längeren Zeit wieder zu einer
Kontaktaufnahme bereit ist. Ja, so sind unsere sensiblen
Hündchen..... (Rita Müller)